Was ist Heliographie?

Die Heliographie ist das älteste bekannte fotografische Verfahren. Entwickelt vom französischen Erfinder Joseph Nicéphore Niépce im frühen 19. Jahrhundert, liegt sie der ersten dauerhaft erhaltenen Fotografie der Welt zugrunde. Wer sich fragt: „Was ist Heliographie?“, findet die Antwort in der Etymologie: Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Zeichnen mit der Sonne“.

Wie funktioniert die Heliographie?

Eine Metallplatte – meist aus Zink, Zinn oder Kupfer (ich verwende gelegentlich auch Aluminium) – wird mit einer dünnen Schicht Bitumen beschichtet, das in Lavendelöl gelöst ist. Die Platte wird anschließend über einen längeren Zeitraum dem Sonnenlicht ausgesetzt: mehrere Stunden oder sogar Tage. Dort, wo Licht auf die Oberfläche trifft, härtet das Bitumen aus. Die weicheren, unbelichteten Bereiche werden danach mit einem Gemisch aus Lavendelöl und Weißöl ausgewaschen. Das Ergebnis ist ein sichtbares, dauerhaft fixiertes Bild.

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Das Kontaktverfahren der Heliographie (1822)

Im Jahr 1822 gelang Joseph Nicéphore Niépce das erste fotografische Bild, das dauerhaft fixiert werden konnte: eine Kopie eines Kupferstichs, hergestellt durch direkten Lichtkontakt auf einer mit Bitumen beschichteten Metallplatte.
Es war nicht das erste Foto der Welt im heutigen Sinne – aber es war der Beweis, dass Licht ein Bild dauerhaft in Materie einschreiben kann.
Dieses Verfahren – das Kontaktverfahren der Heliografie – ist das älteste bekannte funktionierende fotografische Verfahren. Es entstand nicht aus dem Wunsch, die Welt abzubilden, sondern aus einem praktischen Ziel: Drucke mechanisch zu kopieren, ohne sie von Hand gravieren zu müssen.

→ Das Kontaktverfahren der Heliographie, 1822

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Die älteste bis heute erhaltene Fotografie der Welt (1827)

Im Sommer 1827 richtete Joseph Nicéphore Niépce eine Camera Obscura aus dem Fenster seines Arbeitszimmers auf dem Gutshof Le Gras in Saint-Loup-de-Varennes, Frankreich, und ließ eine mit Bitumen beschichtete Zinnplatte mehrere Tage lang belichten. Was entstand, ist die älteste dauerhaft erhaltene Fotografie der Welt: Point de vue du Gras — ein Blick über den Hof, in dem die Sonne gleichzeitig von links und rechts scheint, weil sie während der tagelangen Belichtung über den Himmel gewandert ist.
Das Bild befindet sich heute im Harry Ransom Center der University of Texas in Austin. Es ist 16,5 × 21 cm groß, auf einer Zinnplatte fixiert, und zeigt — je nach Betrachtungswinkel — einmal ein Negativ, einmal ein Positiv. Es existiert einmal. Es gibt keine Kopie.

→ Mehr über Niépce und die erste Fotografie, 1827

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Joseph Nicéphore Niépce Erfinder der Heliographie

Die Heliographie wurde von Joseph Nicéphore Niépce (1765–1833) entwickelt, einem französischen Erfinder aus Saint-Loup-de-Varennes.

Nach jahrelangen Experimenten mit verschiedenen lichtempfindlichen Materialien entdeckte er, dass Bitumen – ein natürlicher Asphalt – ein Bild dauerhaft fixieren kann.
Im Jahr 1827 stellte er die erste bis heute erhaltene Fotografie her: einen Blick aus dem Fenster seines Gutshofs Le Gras, mit einer Belichtungszeit von mehreren Tagen.

→ Mehr über Joseph Nicéphore Niépce 

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Warum ist die Heliographie heute noch relevant?

Die Heliografie ist keine bloße historische Kuriosität. Die Fragen, die sie aufwirft – über Dauer, Materialität und das Wesen von Bildern – bleiben in einer Welt der sofortigen digitalen Fotografie hochaktuell.

Im Heliography Project 1827–2027 wird das Verfahren reaktiviert, um die zeitgenössische Bildkultur zu befragen: Was bedeutet es, Bilder durch Zeit statt durch Geschwindigkeit herzustellen?

→ Zum Heliography Project 1827–2027

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