Heliographie Projekt 1827–2027

Ich nutze Heliographie — das erste fotografische Verfahren — um Google Street View Momente zu bewahren, die eine Maschine zufällig sah und eine andere längst vergessen hat.

Heliography Unikat Venedig, September 2013, Google Street View, Przemek Zajfert

Venedig, April 2013. Photographer. Heliographie, September 2024. Belichtung: sechs Stunden Sonnenlicht. Unikat. ↗ Street View existiert noch.

Ich durchstreife Google Street View und suche nach Momenten, die nicht für den Blick gemacht wurden. Wenn ich einen finde, übersetze ich ihn in das erste fotografische Verfahren: die Heliographie nach Nicéphore Niépce, 1827.

Bitumen auf Zinkblech. Sonnenlicht. Einmal. Keine Wiederholung.
Das Material ist Asphalt – derselbe Stoff, aus dem die Straße besteht, auf der das Bild aufgenommen wurde. Die Straße kehrt ins Bild zurück.

Viele dieser Momente existieren nicht mehr. Sie wurden überschrieben oder gelöscht.
Jede Arbeit ist ein Unikat: eine Schachtel, eine Platte, ein Moment. 1827–2027.
→ Über das Heliographie-Projekt

Heliographie Unikat Tokio Mai 2015, der Wanderer. Letztes Bild nach Löschung aus Google Street View.

Tokio, Mai 2015. Der Wanderer. Heliographie, September 2023. Sechs Stunden Sonnenlicht. Einmalige Belichtung. Google Street View wurde gelöscht – dies ist das letzte Bild.

Seit 2023 wächst ein Archiv

aus Heliographien, Schachteln und Texten. Jede Arbeit entsteht einmal — in Bitumen, auf Metall, im Sonnenlicht.
Bei Interesse an Arbeiten, Ausstellungen oder dem entstehenden Konvolut:
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